Indikationen

Der positive Heileffekt der echten Kamille ist heute durch zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen belegt. Sie wirkt entzündungshemmend, krampflösend und schmerzstillend, schützt die Schleimhäute und unterstützt den Wundheilungsprozess. Daraus ergeben sich viele mögliche Anwendungsgebiete für Kamille-Produkte: In Form von Lösungen zum Spülen und Gurgeln hilft sie bei akuten und chronischen Entzündungen des Mund- und Rachenraums – von der Zahnfleisch- bis zur Mandelentzündung. Die Symptome von Husten und Schnupfen lassen sich durch Inhalieren von Kamille lindern, Magen- und Darmbeschwerden durch die innere Anwendung. Sitzbäder mit Kamille-Extrakten unterstützen die Behandlung von Erkrankungen im Genital- und Analbereich, wie beispielsweise Hämorrhoiden. Äußerlich kann die Kamille auch in Tinkturen oder Salben zur Wundheilung oder in kosmetischen Produkten eingesetzt werden.

Definition

Nur die echte Kamille (Matricaria chamomilla), die eine Höhe von 20 bis 50 Zentimetern erreicht, ist für die Arzneimittel-Herstellung geeignet. Ursprünglich in Süd- und Osteuropa beheimatet, findet man die Kamille heute in ganz Europa. Sie gehört zur Familie der Korbblütler und benötigt für ihr Wachstum nährstoffarme Böden. Ab Mai bildet sie die charakteristischen Blütenköpfe aus, die sich aus einer Vielzahl winzig kleiner, weißer Zungen- und gelber Röhrenblüten zusammensetzen. Anders als andere, medizinisch wirkungslose Kamillenarten weist die echte Kamille einen hohlen Blütenboden und den starken, angenehmen Duft auf, den man mit dieser Heilpflanze verbindet.

Industrielle Verwendung

Für die pharmazeutische Weiterverarbeitung werden lediglich die Blütenstände der echten Kamille genutzt, die in der Zeit zwischen Mai und August geerntet werden. Für Kamillentees greift man zusätzlich auf Kraut und Samen zurück. Die Inhaltsstoffe der gewonnenen Extrakte wirken entzündungshemmend, krampflösend und antibakteriell.

Wirkstoffe/Inhaltsstoffe

Blütenstände der echten Kamille enthalten die entzündungshemmenden Substanzen Chamazulen und α-Bisabolol. Letztere hemmt die Pepsinsekretion im Magen. Weiterhin lassen sich Flavonoide wie Apigenin und Quercetin aus der Kamille gewinnen.

Mögliche Produkte mit Kamille

  • Trockenextrakt
  • Alkoholischer Extrakt
  • Wässriger Extrakt